Verführerische Schriften

Georgette Heyer

Seit meinen Teenagerzeiten, also seit mindestens 15 Jahren, lese ich Georgette Heyer. Darauf gebracht haben mich meine Mutter und Großmutter. So bin ich natürlich auch im Besitz ein paar alter Schätzchen. Die restlichen Bücher habe ich mir in diversen Buchhandlungen zusammen gesucht, so dass ich mittlerweile alle Bücher von Georgette Heyer besitzen dürfte.

Kaum eine Autorin in diesem Genre schreibt so intelligent, detailgetreu und humorvoll wie Georgette Heyer.

Wenn ich manchmal lesen muss, dass Autorinnen wie Caroline Courtney als ihre legitimen Nachfolgerinnen angepriesen werden, kann ich nur fassungslos den Kopf schütteln.


Heiratsmarkt

heiratsmarkt.jpg dtv, deutschsprachige Ausgabe von 2001 (Originalausgabe „Frederica“ von 1965)

Nichts und niemand kann den Marquis von Alverstoke dazu bringen, etwas zu tun, was seiner Bequemlichkeit zuwider ist. Doch plötzlich taucht die resolute Frederica auf und beruft sich auf entfernte Verwandschaftsbeziehungen. Sie will Alverstoke dazu überreden, dass er ihr hilft, ihre jüngere Schwester in die Gesellschaft einzuführen.

„Heiratsmarkt“ ist mein absolutes Lieblingsbuch von Georgette Heyer. Mittlerweile kann ich nicht mehr zählen, wie häufig ich es schon gelesen habe.

Frederica ist ein wunderbarer kleiner Feldwebel. Außerdem mag ich es, wenn sie sich plötzlich mal wieder dabei erwischt, dass sie so redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist.

Dem Marquis von Alverstoke nimmt man seine Wandlung vom zynischen Lebemann zum sorgenden Familienmitglied sofort ab.

Zu den wohl köstlichsten Momenten zählen die Szenen mit dem Belutschistan-Jagdhund oder Doktor Ratcliffes stärkendem Schweinefleischextrakt.

Wenn ich mal niedergeschlagen bin, dann ist „Heiratsmarkt“ das perfekte Buch, um mich aufzuheitern und abzulenken.

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Der Page und die Herzogin

page-und-die-herzogin.jpg dtv, deutschsprachige Ausgabe von 2002 (Originalausgabe „These Old Shades“ von 1926)

Paris zur Zeit Louis XV.: Der Herzog von Avon ist für seine Skrupellosigkeit und sein ausschweifendes Leben berüchtigt. Eines Nachts stößt er auf einen Jungen, den er als seinen Pagen einstellt. Doch bald stellt sich heraus, dass es sich bei dem Kobold Léon tatsächlich um ein Mädchen, Léonie, handelt.

„Der Page und die Herzogin“ dürfte zu Georgette Heyers bekanntesten und beliebtesten Romanen zählen. Und das völlig zu recht.

Schwungvoll und glaubwürdig wird erzählt, wie der Herzog sich von einem Mädchen um den Finger wickeln lässt und seine Menschlichkeit wiederfindet.

Früher hatte ich etwas Probleme mit dem Altersunterschied zwischen den beiden, aber mittlerweile sehe ich, dass gerade dies für die Beziehung zwischen dem Herzog und Léonie notwendig ist.

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Eskapaden

eskapaden.jpg dtv, deutschsprachige Ausgabe von 2002 (Originalausgabe „Devil’s Club“ von 1932)

Der Lebemann Dominic Alistair will heimlich mit einem jungen Mädchen nach Paris reisen. Doch ihre resolute und vernünftige Schwester, Mary Challoner, erfährt zufällig von dem Plan und beschließt, dem „Teufelsbalg“ einen Strich durch die Rechnung zu machen. Sie nimmt den Platz ihrer Schwester ein, so dass Dominic die falsche Frau entführt und die Ereignisse sich überschlagen.

Bei „Eskapaden“ handelt es sich quasi um die Fortsetzung zu „Der Page und die Herzogin“, denn Dominic ist der Sohn von Léonie und dem Herzog von Avon.

Am Anfang scheint es auch so, als hätte Dominic nur die schlechten Erbanlagen von seinen Eltern mitbekommen. Er ist skrupelos und hat ein aufbrausendes, tödliches Temperament. Nur seine engste Familie kann ihn bändigen. Doch unter Marys Einfluß wird aus einem verwöhnte und verzogenen Jungen ein Mann, der ohne allzu große Gefahr für die Menschheit auf seine Mitmenschen losgelassen werden kann.

Mit Mary Challoner hat Georgette Heyer wieder eine starke Frau erschaffen. Ich liebe die Szene in der Gaststätte in Dieppes, in der Mary Dominic sehr durchschlagend davon überzeugt, dass sie tatsächlich meint, was sie sagt.

Das Sahnehäubchen dieser Geschichte ist das Wiedersehen mit dem Herzog und der Herzogin von Avon.

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3 Kommentare »

  1. Bin auch große Fan von Georgette Heyer. Ich habe alle ihre Romane, und fast alle Krimis. Der Page und die Herzogin fand ich köstlich. Zufälligerweise bin ich jetzt in eine wiederlesen Phase, zur Zeit Damenwahl (bring mich jedesmal zum lachen) und würde gerne Ähnliches finden.
    Habe Georgette Heyer bei Google eingegeben und arbeite mich durch den mehr als 200.000 Einträge. So bin ich auf dieses Site gelandet.
    Gratuliere, gefällt mir ganz gut und ich werde mich erst mal umschauen ob ich fundig werde.

    Kommentar von evahsaho — Juli 2, 2007 @ 10:35 pm |Antwort

  2. UUUps! Warum erscheint Keine Kommentare als ober Begriff? Habe ich etwas falsch gemacht? Sorry, mir fehlt wohl etwas Erfahrung…

    Kommentar von evahsaho — Juli 2, 2007 @ 10:38 pm |Antwort

  3. hi, tut mir leid, dein kommentar war leider im spamfilter gelandet und musste erst freigegeben werden
    ja, georgette heyer ist wirklich großartig
    ihre bücher werden von mir besonders gehegt und gepflegt

    Kommentar von Lilith — Juli 3, 2007 @ 7:42 pm |Antwort


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