Avon, 2008
James Cordier ist Spion und auf der Suche nach ein paar bedeutenden Briefen, die im Besitz von Francesca Bonnard sind. Francesca lebt zur Zeit in Venedig und ist seit der Scheidung von ihrem Mann eine kostspielige Kurtisane. James ist schnell fasziniert von Francesca.
Eine Kurtisane als Heldin in einem Liebesroman – kann das funktionieren?
Ich hatte da leichte Zweifel. Zwar ist ein Grund, warum ich kaum noch historische Liebesromane lese, der, dass ich mich über die Doppelmoral der damaligen Zeit aufrege. Aber ich war mir nicht sicher, ob ich die lang eingeimpften Vorurteile so einfach ablegen könnte.
Loretta Chase schreibt jedoch so überzeugend, dass ich überraschend wenig Probleme mit der Ausgangssituation des Romans hatte. Natürlich musste ich immer wieder daran denken, dass Francesca immer eine Ausgestoßene der Gesellschaft sein wird. Aber ihre Gründe für den eingeschlagenen Weg waren glaubwürdig dargestellt. Ihr Mann ließ sich von ihr scheiden, was zur damaligen Zeit eine ziemliche Katastrophe war. An einer Stelle im Buch sagt Francesca, dass sie nur noch frei und unabhängig sein wollte. Jetzt konnte sie wählen, was sie machen und mit welchem Mann sie sich einlassen wollte. Gleichzeitig war es der perfekte Weg, um sich an ihrem Ex-Mann zu rächen, indem sie ihm u.a. immer wieder unter die Nase rieb, dass er es nicht geschafft hat, sie in die Gosse zu treiben.
Francesca ist eine starke Frau. Auch James ist großartig. Ihre Wortgefechte gehören zu den Höhepunkten des Romans. Der allerletzte Kick und der Humor, den manch andere Romane von Loretta Chase haben, fehlen jedoch.




