Heyne, deutschsprachige Ausgabe von 2006 (Originalausgabe “The other side of the story” von 2004)
Gemmas Mutter wird von ihrem Ehemann verlassen, Gemma selber wurde vor einigen Jahren von ihrer großen Liebe Anton verlassen. Ihre Gedanken kreisen heute noch um die Zurückgewinnung. Mit ihrer besten Freundin Susan kommuniziert sie per Mail und erfindet dabei Geschichten, die sie die Realität vergessen lässt. Susan wiederrum schickt diese Mails einer Literaturagentin. Anton hat sich mit Gemmas früherer besten Freundin Lilly zusammengetan. Lilly scheint eine erfolgreiche Schriftstellerkariere zu blühen. Ihr gemeinsames Kind Ema macht das Glück fast perfekt.
Vorweg: ich liebe Marian Keyes und freute mich sehr auf dieses Buch. Leider hielt es nicht ganz, was ich mir von ihm versprach. Der Klappentext ist ein Witz. Anscheinend wurde er so geschrieben, um dem deutschen Titel gerecht zu werden:
Bei dieser Pechsträhne hilft nur noch Frustshoppen … fünf Paar neue Schuhe helfen über den ärgsten Schmerz hinweg.
Nein, Frustshoppen ist nicht wirklich angesagt. Dazu hat Gemma auch gar keine Gelegenheit, denn ihre Mutter vereinnahmt sie komplett. Ohne ihre Tochter bekommt sie Panikattacken in Form von eingebildeten Herzanfällen, so dass sich Gemma rund um die Uhr um sie kümmern muss. Einziger Lichtblick ist da der Apotheker um die Ecke, der allerdings glaubt, dass Gemma die diversen Antidepressiva für sich benötigt.
Während Gemma voller Grimm ihr Leben betrachtet und ihrem Anton immer noch hinterher weint, hat dieser sich eine neue Existenz mit Lily aufgebaut. Lily allerdings leidet unter der schweren Schuld, ihrer besten Freundin den Ex-Lover ausgespannt zu haben (richtig: den Ex-Lover).
Die Literaturagentin Jojo hat ein Verhältnis mit einem der Firmenpartner. Nicht nur ist Mark ihr Boss, er ist zudem noch verheiratet. Ob das gut geht?
Die E-Mails zwischen Gemma und ihrer Freundin Susan werden als voller Ironie und Sarkasmus angepriesen. Das Buch als Gesamtes mit spritzig .. mit Gefühl und viel Witz. Und genau das fehlt mir alles. Gemma ist mir einfach zu verbittert, Jojo zu sehr im Wettstreit mit bösen Kollegen, Lily zu sehr schuldbehaftet. Der einzige nette ist Anton und ausgerechnet ihm wird die Schuld beim finanziellen Reinfall untergeschoben. Dabei wird vergessen, dass ohne ihn Lily gar nicht erst so weit gekommen wäre.
Natürlich ist das Buch kein Disaster. Dafür sorgt die Autorin. Nur habe ich gerade von Marian Keyes mehr erwartet. Drei Herze für einen unterhaltsamen Roman.
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Ich habe ein einziges Buch von Marian Keyes gelesen: Auszeit für Engel. Leider hat es mir nicht so gut gefallen. Ich kann noch nicht einmal sagen warum.
Kommentar von Lilith — Juli 21, 2008 @ 7:09 |
so adhock kann ich gar nicht sagen, wie gut oder schlecht der ist. nur geduld, ich habe vor, alle MK-Bücher zu bloggen
(und sorry für die miese beteiligung des letzten jahres, ich hoffe, ich komme jetzt öfters mal dazu, ein buch vorzustellen. du warst ja megafleißig)
Kommentar von kaylin — Juli 22, 2008 @ 5:56 |
Ich würde eher sagen, dass ich stur bin (nicht fleißig). Eigentlich hatten wir uns zu Beginn das Konzept etwas anders vorgestellt, aber irgendwie ist das aus dem Ruder gelaufen… Jetzt mache ich einfach stur weiter.
Kommentar von Lilith — Juli 22, 2008 @ 6:08 |
Und schau nur, wieviele hier lesen. Also machst du es nicht umsonst. Ich war nur ganz erstaunt, wieviel du gebloggt hast. Ich wüsste gar nicht, wann ich das alles lesen soll. (die Bücher! deine Eintragungen habe ich durch
)
Kommentar von kaylin — Juli 23, 2008 @ 2:09 |