Habe ich schon mal erwähnt, dass ich die Cover der Signet-Ausgaben toll finde?
Sie mögen zwar kitschig sein, aber zumindest bilden sie ziemlich genau Szenen aus den entsprechenden Romanen ab. Da hat sich also tatsächlich mal jemand Gedanken gemacht.
Dark Angel
Signet, 1994
Jennifer Winward ist Lord Lionel Kersey versprochen. Zwar ist es eine arrangierte Ehe, aber sie ist glücklich, da sie seit längerer Zeit in Lionel verliebt ist. Ihre Verlobung soll zwei Monate nach Beginn der Season in London bekannt gegeben werden. Doch der Earl of Thornell, der seit kurzem vom Kontinent zurück ist, wohin er nach einem Skandal gereist war, hat mit Lord Kersey noch eine Rechnung offen. Er will Rache und da ist die ahnungslose Jennifer das perfekte Mittel.
„Dark Angel“ bildet den Auftakt zur gleichnamigen Serie. Es ist zwar kein Meisterwerk, aber solide und durchaus unterhaltsam.
Den Schurken des Romans finde ich ziemlich gelungen. Absolut eiskalt und berechnend.
Das Ende fand ich allerdings etwas abrupt. Ich finde, Jennifer hätte sich etwas mehr Zeit nehmen sollen, bevor sie ihre Entscheidung fällt.





Lord Carew’s Bride
Signet, 1995
Samantha Newman kann sich nicht über mangelnde Verehrer beschweren. Doch vor sechs Jahren wurde sie in der Liebe enttäuscht. Während eines Landaufenthalts lernt sie den zurückgezogen lebenden Marquess of Carew kennen und freundet sich mit ihm an. Dann taucht plötzlich der Mann wieder auf, der Samantha vor so vielen Jahren verletzt hatte.
Im zweiten Roman der Reihe geht es um Samantha, die Cousine von Jennifer aus „Dark Angel“.
Ihr Gegenpart ist der Marquess of Carew, ein eher unscheinbarer und schüchterner Mann, der durch einen Unfall in seiner Kindheit eine verkrüppelte Hand hat und hinkt. Ein sehr liebenswürdiger Charakter, der kaum glauben kann, dass die reizende Samantha sich für ihn interessiert.
Das Buch hätte so richtig schön sein können, wenn die Autorin nicht mittels Holzhammermethode und permanente Wiederholungen den Lesern hätte eintrichtern wollen, dass Samantha Carew zu Beginn nur als Freund und sicheren Hafen sieht und Carew selbst immer wieder ganz verwundert ist, dass Samantha seine Gesellschaft interessant findet. Eine subtilere Schreibweise wäre hier angebrachter gewesen.





The Famous Heroine
Signet, 1996
Nachdem Cora Downes, Tochter eines Händlers, den kleinen Neffen eines Herzogs vor dem Ertrinken gerettet hat, nimmt dessen Großmutter sie unter ihre Fittiche und mit nach London. Lord Francis Kneller soll helfen, Cora „in Mode“ zu bringen. Doch Coras Fähigkeit, Trubel und Chaos zu verbreiten, bringt beide mehr als einmal in kompromittierende Situationen.
Ok, hier kommt eines der besten Bücher von Mary Balogh. Eine lupenreine Posse, die beste Laune verbreitet. Endlich mal wieder ein Buch, bei dem ich es kaum erwarten konnte, weiter zu lesen.
Was würde Cora als nächstes anstellen? Und wann würde es vor allem zur Aussprache zwischen den beiden kommen? Da Lord Francis Kneller nämlich mit Vorliebe äußerste farbenfrohe Kleidung (pink, türkis oder leuchtend gelb) trägt, hat Cora die Vermutung, dass er nicht unbedingt das weibliche Geschlecht bevorzugt.





The Plumed Bonnet
Signet, 1996
Ohne Gepäck und Geld befindet sich Stephanie Grey auf Englands Landstraßen. Da sie mit einem pinkfarbenen Umhang und einem auffallenden Hut bekleidet ist, fällt sie dem vorbeireisenden Alistair Munroe, Duke of Bridgewater auf, der sie in seiner Kutsche mitreisen lässt. Getäuscht von der nicht ladyliken Kleindung glaubt der Duke nicht, dass Stephanie eine Gouvernante ist, die auf der Reise bestohlen wurde. Als er seinen Fehler bemerkt, ist es zu spät.
Falls jetzt jemand die Befürchtugungen hat, dass es sich hier um den üblichen Plot handelt, in dem der Mann die Frau, die er für eine Bordsteinschwalbe oder ähnliches hält, so fürchterlich bedrängt und behandelt, dass man der Männerwelt am liebsten abschwören möchte, kann beruhigt aufatmen. Der Duke verhält sich wie ein Gentleman, auch wenn er gewisse Hintergedanken hat. Und das ist der Charme dieser Geschichte. Der Leser weiß, dass der Duke in sein eigens Verderben rennt.
Bridgewater ist übrigens der Freund von Lord Carew und der etwas snobbistische Sohn der Herzogin, die Cora Downes unter ihre Fittiche nahm.
Das Ende finde ich hier besonders süß und befriedigend.




