Verführerische Schriften

September 4, 2007

Nora Roberts, “Circle Trilogy”

circle1a.jpgMorrigan’s Cross (Penguin 2006, deutsch: Grün wie die Hoffnung, Blanvalet 2007)

circle1.jpgDance of the Gods (Penguin 2006, deutsch: Blau wie das Glück, Blanvalet 2007)

circle31.jpgValley of Silence (Penguin 2006, deutsch: noch nicht erschienen)

Ich muss ja zu meiner Schande gestehen, dass ich bisher noch nicht ein einziges Buch von Nora Roberts, der Romancegöttin schlechthin, gelesen hatte. Warum? Keine Ahnung. Na gut, schon Ahnung: ich hatte lange Zeit gedacht, dass sie nur Gegenwartsromane schreibt und die mag ich ja eher weniger. Wenn schon Eskapismus, dann richtig!

Aber ich lasse mich ja gerne eines Besseren belehren und so weiß ich jetzt, dass es von Nora Roberts auch Fantasy zu lesen gibt – und die ist nicht schlecht!

In den drei Bänden der Circle-Trilogie zieht sie nämlich sämtliche Fantasy-Register:

Irland, 1128: Zauberer Hoyt hat eine echt schlechte Woche. Sein Bruder Cian wurde von Obervampirin (und Superbitch) Lilith in einen Vampir verwandelt und dann taucht auch noch Göttin Morrigan auf und teilt ihm mit, dass er drei Monate Zeit hat um sich mit 5 anderen Auserwählten auf eine epische Schlacht gegen das Böse vorzubereiten, die das Ende der Welt, bzw. aller Welten zur Folge haben könnte. Noch besser: Er muss dazu ein paar hundert Jahre in die Zukunft reisen, um diese anderen Auserwählten einzusammeln. Dazu gehört auch sein Bruder, der in der Gegenwart ziemlich viel Kohle gescheffelt hat und auf Entzug ist – immerhin verzichtet er schon seit Ewigkeiten auf menschliches Blut.

Außerdem stoßen noch eine Hexe, ein Shapeshifter, die zukünftige Königin einer Parallelwelt und eine Vampirjägerin zur Gruppe. Und dann geht der Spaß erst los.

Der erste Band zieht sich leider ein bisschen hin, da es vor allem erstmal darum geht, dass diese ganzen Leute sich alle in Irland versammeln und kennenlernen. Ein bisschen wie so ein Management-Erlebnispädagogik-Seminar mit Teambildungsmethoden. Aber er fesselt trotzdem noch genug, um Lust auf die nächsten Bände zu machen. Ich habe eigentlich mittlerweile eine gewisse Abneigung gegen Trilogien entwickelt, seit die in Mode gekommen sind und es irgendwie als uncool gilt, einen Fantasyroman tatsächlich innerhalb zweier Buchdeckel fertig zu schreiben. Und auch hier hätte das Ganze eigentlich in einen Band gepasst – so furchtbar lang sind die einzelnen Romane nicht. Trotzdem funktioniert die Trilogie so aber besser, da jedes der drei Pärchen so ein eigenes Buch bekommt. Im ersten Band fand ich die Liebesgeschichte ein bisserl langweilig, vor allem, weil es doch relativ schnell passiert und die beiden Charaktere ein bisserl sehr ernst sind. Die beiden Hauptfiguren des zweiten Bands sind dagegen recht witzig und etwas sympathischer – und im dritten Band sind bei mir die Tränchen gegen Ende ganz gewaltig geflossen. Auch der Plot um diese Liebesgeschichten herum ist wirklich spannend und gut geschrieben und sorgt dafür, dass man gegen Ende gewaltig mitfiebert.

Einen Punktabzug gibt es aber trotzdem: Mich stört an vielen Vampirgeschichten immer, dass die Vampire (also die bösen, nicht die guten Vampire), weil sie so böse und verwerflich sind, auch ganz unmoralische Dinge tun – also zum Beispiel *SCHOCK! OMG!* bisexuell sind. Weil das ja so etwas *SCHOCK* unmoralisches ist. Deshalb hat hier Lilith natürlich auch eine *SCHOCK* Geliebte – noch dazu eine brutale, französische Schlampe. Bei Nora Roberts artet das zum Glück nicht in eine hässliche homophobe Moralpredigt aus, weil die beiden Bösewichtinnen durchaus differenziert dargestellt werden, aber trotzdem hat mich das genervt.

Nachtrag:

Und natürlich hab ich jetzt auch noch die Herzchen vergessen …

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2 Kommentare »

  1. Hey,
    ich habe die ersten beiden Bücher auf Deutsch gelesen. Die sind voll cool. Was mich stört am ersten Band (Grün wie die Hoffung) ist wie du schon gesagt hast: “Es passiert alles viel zu schnell.” Aber man kann trotz dem das Buch ‘genießen’, da es mit viel Gefühl geschrieben wurde.

    Kommentar von FliFla — Januar 11, 2008 @ 10:24 pm |Antworten

  2. Stimmt, es macht wirklich Spaß zu lesen – und da es ja der erste Band ist, muss das Buch ja wirklich viel für die folgenden Bände vorbereiten, da kann man schon verstehen, dass die Romanze nicht ganz so ausgebreitet wird.

    Kommentar von cressida — Januar 24, 2008 @ 11:15 am |Antworten


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