Verführerische Schriften

Juni 25, 2007

Achtung! Die Cynsters kommen! – Teil 2

Weiter gehts mit den lustigen Cynsters und ihrer Verwandtschaft.

Ich weiche kurz mal von der Erscheinungsreihenfolge der Bände ab – aber irgendwie erscheint mir das gerade logischer.

The Promise In A Kiss ist nämlich ein Teil der Vorgeschichte und müsste daher eigentlich der erste Band sein, wenn man chronologisch vorgehen will. Auf der Homepage von Stephanie Laurens ist der gar nicht nummeriert und folgt auf Band 7. Ich nehme ihn jetzt aber ganz frech mal vorweg.

Band 0: The Promise In A Kiss

cover_promiseinakissworld.jpg Avon, 2002; deutscher Titel: Verheissungsvolle Küsse, Blanvalet.

Der Roman erzählt die Geschichte von Devils Eltern, Helena und Sebastian Cynster (das ist der, der später aus Mitleid mit der Schottin ins Bett geht). Helena ist Französin und geht auf eine Klosterschule. Da begegnet ihr eines Nachts unser Held, der sich auf eine dumme Wette eingelassen hat, und fängt mal eben an, an ihr rumzuknutschen. Jahre später begegnen sich die beiden in London wieder. Helena sucht gerade einen Mann, Sebastian könnte auch ne Frau ganz gut brauchen – und toll finden sie sich eh. Also das perfekte Pärchen. Aber es wäre ja langweilig, wenn sie das gleich einsehen würden … Außerdem müssen noch so ein paar Intrigen abgewehrt und Abenteuer bestanden werden.

The Promise In A Kiss, wohl als Weihnachtsgeschichte veröffentlicht, gehört zu den schwächsten Cynster-Bänden. Die Hauptfiguren sind relativ langweilig, da hilft es auch nicht mehr wirklich, dass ein paar Nebenfiguren sehr interessant geraten sind. Was mich vor allem geärgert hat, ist dass Helena, die in den anderen Bänden immer wieder vorkommt, und ein wirklich interessanter Charakter ist, hier so … dumm ist. Ihre Abneigung gegen starke Männer ist ja ganz okay motiviert, aber sie braucht ewig und drei Tage bis sie mal einsieht, dass sie vielleicht ihre Meinung ändern sollte. Sehr nervig. Die interessanteste Person im Roman ist ihr Vormund, der zwar sehr schön zwiespältig sein darf, aber leider viel zu knapp vorkommt, weshalb er so ein bisschen verschwendet wirkt. Schade, denn über ihn hätte ich gerne mehr gelesen.

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Nach diesem kurzen Ausflug, gehts wieder zurück zur eigentlichen Reihe:

Band 7: All About Passion

cover_allaboutpassionworld.jpg Avon, 2001; deutscher Titel: Nur mit deinen Küssen, Blanvalet.

Gyles Rawlings, Earl of Chillingworth, ist ein guter Freund der Cynsters und hat dem ein oder anderen schon aus der Patsche geholfen. Deshalb nimmt er es ihnen auch ziemlich übel, dass sie ihn zum Ehrencynster ernannt haben und ihm damit diesen doofen Hochzeitsfluch auferlegt haben, der scheinbar gerade die Runde macht. Nicht mit ihm – dieses Liebesgeheirate kann er nicht brauchen und deshalb sucht er sich seine Zukünftige nach rationalen Gesichtspunkten aus. Er braucht sie eh nur zum Kinderkriegen, für den Spaß gibts andere. Immerhin ist er der berüchtigteste Lotterbube überhaupt. Blöd nur, dass sich am Altar dann herausstellt, dass seine Zukünftige nicht die Frau ist, für die er sie gehalten hat … Francesca ist wunderschön und hat auf keinen Fall vor, ein braves Hausfrauchen abzugeben. Gyles hat also eh schon ein kleines Problemchen – er fährt total auf seine Frau ab – und dann versucht auch noch irgendjemand Francesca umzubringen …

Chillingworth war in den ersten sechs Bänden so ziemlich meine Lieblingsnebenfigur – ein bisserl zynisch, ein bisserl skandalös und irgendwie sexy. Deshalb bekommt der Roman natürlich erstmal Pluspunkte, auch, wenn wir hier Chillingworth light erleben. Er ist ein bisschen zu einem ganz normalen Cynsterhelden mutiert und scheint seinen Ruf als liederlicher Lotterbube (ich liebe dieses Wort!) eigentlich gar nicht so wirklich verdient zu haben. Aber trotzdem ist er immer noch einer meiner Lieblingscharaktere. Auch Francesca ist eine Heldin, die Spaß macht, und passt ganz hervorragend zu Chillingworth. Beim Plot hatte ich zuerst ein paar Bedenken. So ein „Huch, die wollte ich doch gar nicht heiraten“-Plot kann ja sehr leicht sehr albern werden, aber Laurens schafft es hier das Missverständnis einigermaßen vernünftig zu erklären und das ganze frisch und unterhaltsam auszuführen. Der Roman ist teilweise sehr witzig, an anderen Stellen aber auch ziemlich spooky und wird so kaum langweilig.

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Band 8: On a Wild Night

cover_onawildnightworld.jpg Avon, 2002; deutscher Titel: Küsse im Mondschein, Blanvalet.

Den hatten wir hier schonmal, deshalb spare ich mir eine Inhaltsangabe. Lavender hat eigentlich schon alles gesagt. Mir hat er ein bisschen besser gefallen, aber das lag vor allem daran, dass Amanda und ihre Zwillingsschwester Amelia bereits in den vorherigen Bänden aufgetaucht sind und von ihren Cousins ganz furchtbar genervt waren, was ich unglaublich sympathisch fand. Deshalb war es nett zu lesen, dass beide (siehe nächster Band) irgendwann doch ihren Willen durchsetzen. Ein weiterer Grund ist, dass ich mir nicht die deutsche Übersetzung antun musste, die wohl wirklich ziemlich übel ist stellenweise. Trotzdem: die Sexszenen werden irgendwann langweilig und ich muss zugeben, dass ich hier, wie in den meisten weiteren Bänden, relativ bald angefangen habe, sie nur noch zu überfliegen oder gleich zu überblättern. Man verpasst ja eigentlich nix. Ekstase halt. Freudentränen. Orgasmen, wie die Welt sie noch nie gesehen hat … usw. Aber zumindest keinen Plot.

Deshalb gibts von mir ein Sympathieherzchen mehr:

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Band 9: On a Wicked Dawn

cover_onawickeddawnworld.jpg Avon, 2002; deutscher Titel: Küsse im Morgenlicht, Blanvalet.

Zur gleichen Zeit wie Amanda ist auch ihre Zwillingsschwester Amelia auf der Suche nach einem Mann. Sie hat den richtigen auch gleich gefunden: Luc Ashford, der Cousin von Amandas neuem Ehemann. Der betritt gerade stockbesoffen sein Haus und ist ziemlich geschockt, als Amelia plötzlich vor ihm steht und ihm einen Heiratsantrag macht. Noch geschockter ist Amelia, als er annimmt. Und als er darauf besteht, ihr den Hof zu machen so wie es sich gehört. Einen Krimiplot gibt es übrigens natürlich auch noch.

Tja, kurze Inhaltsangabe – aber der Plot ist jetzt relativ wenig aufregend und die Krimihandlung kann ich gerade nicht beschreiben ohne massiv zu spoilern. Hier ist das Problem, dass unglaublich wenig passiert, fast noch stärker als in On a Wild Night, da der Plot wirklich über weite Strecken einfach verschwindet. Allerdings sind die Charaktere sympathisch genug, dass sich der Roman trotzdem noch ganz unterhaltsam liest und die zugrundeliegende Idee ist eigentlich wirklich gut und macht Spaß. Außerdem gilt für Amelia natürlich der gleiche Sympathievorsprung wie für Amanda. Die Ashfords werden uns übrigens gleich im nächsten Teil wiederbegegnen.

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6 Kommentare »

  1. Wie sieht so ein Mitleidsseitensprung eigentlich aus? Hört sich auf jeden Fall nach einer tollen Ausrede an.

    Kommentar von Lilith — Juni 26, 2007 @ 8:35 |Antworten

  2. Also irgendwie musste Papa Cynster mal eben nach Schottland und wichtige Dinge tun. Und da war so ein hübsches Mädel mit nem langweiligen Ehemann, der nicht ganz so ausdauernd im Bett war wie Papa C. Und dann hat der edle Held ihr mal schnell und natürlich nur aus Mitleid den besten Orgasmus der Weltgeschichte verpasst und ist wieder verschwunden. Oder so. Sehr heldenhaft jedenfalls.

    Kommentar von cressida — Juni 26, 2007 @ 8:38 |Antworten

  3. Und Mama Cynster ist so doof und hat das geglaubt? Und die Entschuldigung angenommen? Naja, selber schuld.

    Kommentar von Lilith — Juni 26, 2007 @ 9:13 |Antworten

  4. Jap, die ist da ein bisschen … naiv? Dumm? Oder vielleicht ist das ja auch nur die Story, die sie ihren Kiddies erzählt und eigentlich hat sie ihn mit dem Nudelholz grün und blau geschlagen oder so …

    Kommentar von cressida — Juni 26, 2007 @ 9:18 |Antworten

  5. … und macht ihm das Leben zur Hölle, wenn sie allein sind :D

    Kommentar von Lilith — Juni 26, 2007 @ 9:31 |Antworten

  6. Naja, mittlerweile schaut er sich eh die Radischen von unten an.
    Hmmmmm. Warum wohl?

    Kommentar von cressida — Juni 26, 2007 @ 9:33 |Antworten


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