Und wieder mal treffen wir auf ein vom Schicksal bestimmtes Paar, dieses mal die junge Amanda Cynster und Martin, Lord Dexter aus England
Beide sind überreichlich von der Natur gesegnet, sie mit wallenden engelsgleichen blonden Ringellocken, einer Figur, die Männer schier um den Verstand bringt und perfekter Haut.
Er mit ebenso wundervollen Körper, festem Haar, reichlich Vermögen und einer dunklen Vergangenheit. Dazu hat er nicht nur Sprachvermögen und Mimik, was ja bei Romanhelden zuweilen selten ist, sondern auch changierende Augenfarben, die seine Stimmung widerspiegeln.
Es ist zauberhaft, sich die beiden nebeneinander vorzustellen.
Warum also heiraten sie nicht vom Fleck weg?
Weil sie sich benehmen, als hätten sie einen IQ von ungefähr 20.
Amanda findet in der feinen, jedoch langweiligen Gesellschaft nicht den Ehemann, den sie sich so vorstellt. Daher durchforstet sie Spielhallen und Stätten von zweifelhaftem Ruf um jemand aufregendes zu finden, der auch ehrenhaft genug ist, sie zur Frau zu nehmen.
Klar. Und wenn sich da einer die Hose aufmacht, ist dem wohl einfach nur zu warm.
Martin sieht sie direkt bei ihrem ersten Ausflug in die Welt zweifelhaftem Vergnügens.
Sein erster Gedanke bei ihrem Anblick ist, dass sie natürlich noch Jungfrau ist. Natürlich. Sein Impuls ist es ebenso natürlich , sie vor allem Übel zu beschützen. Ich bin sicher, tausende junge Männer begeben sich allabendlich in diverse Spelunken auf der Suche nach einer anständigen Jungfrau. Nun gut, andere Länder, andere Sitten.
Da sich beide nun gefunden haben, will Amanda ihn dazu bringen, ihr einen Antrag zu machen und obwohl er ihr verfallen ist, handelt der Mann mit Verstand. Er will nicht. Eine ganze Weile nicht.
Als es dann kommt, wie es kommen muß, ist er jedoch sofort bereit, wie ein Ehrenmann zu handeln und sie zu ehelichen, was sie dann ablehnt.
Wieso ist mir schleierhaft, der Sex ist fantastisch, auch wenn die Autorin eine seltsame Art hat, ihn zu beschreiben.
Könnte ihr jemand bei Gelegenheit mitteilen, dass “ die geschwollenen Falten ihrer Weiblichkeit“ nicht sexy klingt? Danke.
Er jedenfalls ist gut bestückt, denn er „dringt in sie ein, so tief als wolle er ihr Herz anstubsen“
Organspende, irgendjemand? Du meine Güte.
Laut Autorin kann er aber noch ein gutes Stück tiefer eindringen. Toll. Ich werde Heiserkeit nie wieder mit den selben Augen sehen.
Egal, sie kommen zusammen.
Das ist durchaus so doppeldeutig gemeint, wie es hier steht.
So, 200 Seiten übrig, was machen wir damit.
Ach ja, wir haben den beiden ja auch noch ein dunkles Geheimnis angehängt.
Dieses wird dank unglaublichen Zufällen und genialer Familieunterstützung gelöst, damit wir nun endlich Zeugen der Hochzeit werden können.
War euch die Beschreibung der Handlung zu kurz? Die der Personen zu lang?
Jammert nicht bei mir, das ist im Roman nicht anders.
Besonders bei den Sexszenen. Es dauert allen Erstes ganze 14 Seiten orgiastischer Extase, bis der mal dazu kommt, sich die Hose auszuziehen. Da sind andere schon im 3.Monat schwanger.
Wenn man da noch diverse Abendgesellschaftgen beschreiben muß, da blebt nicht mehr wirklich viel Zeit für die Handlung.
Das Buch ist also richtig für die leichte Unterhaltung, wer allen Ernstes was geschichtliches erwartet, sollte aber dann doch was anderes lesen.
2 Herzen
Ui, da habe ich wohl Glück gehabt, dass du schneller warst als ich. Denn genau dieses Buch habe ich gestern vom Besuch bei meinen Eltern mitgebracht. Eigentlich hätte es mich stutzig machen sollen, dass es auf dem Stapel der Bücher lag, die nicht aufgehoben werden müssen.
Kommentar von Lilith — Juni 18, 2007 @ 6:07 |
Hihi, ich wollte ja eh demnächst mal über den gesamten Cynster-Clan bloggen.
Die Sexszenen bei der Laurens sind wirklich eine Klasse für sich – und je mehr Romane sie schreibt, desto krasser wird das. Bei den letzten dreien oder so beginnt der Plot erst kurz vor Schluss, weil die großartigen Helden vorher eh keine Zeit hätten, sich darum zu kümmern – die sind ja die ganze Zeit am rumkarnickeln. Bzw. sie haben die ganze Zeit den besten Sex der Welt. Aber konstant. Wochenlang. Jede Nacht. Aber wenigstens kommt man so schneller durch die Bücher … Die ersten Bände sind da jedenfalls um einiges ausgewogener. Im allerersten passiert sogar gleich am Anfang etwas! Und der Plot zieht sich tatsächlich durch den ganzen Roman!
Wenn ich deine Zitate aber mal so anschaue, krieg ich Lust darauf, mal einen auf deutsch zu lesen. Klingt um einiges lustiger als das Original.
Ich mochte übrigens die beiden Bände über Amanda und Dingens … äh … ihre Zwillingsschwester, aber hauptsächlich deshalb, weil die in den vorherigen Bänden so sympathisch waren.
Kommentar von cressida — Juni 19, 2007 @ 7:48 |
Dann sollte ich mir die anderen Romane mal antun.
Was ihre Ausdrucksweise angeht, bin ich immer noch dafür, eine Rubrik zu eröffnen, in der wir die skurrilsten Umschreibungen sammeln.
„Falten ihrer Weiblichkeit“ klingt ungefähr so erotisch wie die „feuchte Lustgrotte“ bei Walter Moers´ Kleinem Arschloch.
Oh je. Das sind wieder Suchbegriffe, die die falschen Treffer bringen werden.
Kommentar von Lavender — Juni 19, 2007 @ 2:19 |
Es hält dich niemand ab, eine entsprechende Rubrik zu eröffenen
Dann warte ich mal gespannt auf Cressidas Blogeintrag zu den Cynsters.
Kommentar von Lilith — Juni 19, 2007 @ 6:31 |
Bin gerade dabei etwas zu tippen. Ganz heimlich am Computer in der Arbeit – aber hey, ich bin ne Stunde zu früh da und draußen stürmts …
Ist zwar ein bisserl unpraktisch ohne die Bücher zur Hand zu haben aber fürs erste reichts.
Kommentar von Cressida — Juni 21, 2007 @ 11:55 |
[...] hatten wir hier schonmal, deshalb spare ich mir eine Inhaltsangabe. Lavender hat eigentlich schon alles gesagt. Mir hat er [...]
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