Ullstein, deutschsprachige Ausgabe von 2006 (Originalausgabe “Spell of the Highlander” von 2005)
Die Archäoligiestudentin Jessica nimmt für ihren Vorgesetzten eine Lieferung entgegen. Es ist ein geheimnisvoller Spiegel. Jessica muss feststellen, dass in dem Spiegel ein eindrucksvoller Highlander, Cian MacKeltar, eingeschlossen ist. Und sie hat die Möglichkeit, Cian mit Hilfe eines Zauberspruchs zu befreien.
Die ersten hundert Seiten fand ich ziemlich gut. Ein Buch, das scheinbar mit einem Augenzwinkern geschrieben wurde. Die Fantasy-Thematik war auch interessant, da könnte sich auf den folgenden Seiten Spannendes entwickeln.
Aber kaum war Cian ein zweites Mal aus dem Spiegel befreit worden, flachte die Handlung ab. Denn dieses Alphamännchen mit dem scheinbaren Sprachschatz eines Neandertalers, hat den Tiefgang eines Holzblocks. „Ich Cian, du Jessi“.
Ok, jetzt übertreibe ich, aber was hätte nicht alles aus der Figur des Cian machen können. Ein Druide, der mit der schwarzen Magie geliebäugelt hatte. Das bietet Konfliktpotential. Aber leider wurde dieses nahezu verschwendet und nur kurz angerissen.
Jessi, eigentlich eine selbstbewußte, intelligente Frau, entwickelt sich in der Gesellschaft des immer scharfen Cians zu einem triebgesteuerten Mädchen zurück. Ja, Mädchen, denn Cian scheint nicht in der Lage zu sein, sich ihren Namen zu merken und nennt sie permanent „Mädchen“. Ich weiß, damit wollte die Autorin nur seine Männlichkeit zeigen, aber mir ging das irgendwann auf den Zeiger. Wie Cian es wohl finden würde, wenn Jessi ihn „Bube“ nennt?
Das hört sich jetzt negativer an, als es ist. Dann eigentlich macht das Buch Spaß. Aber es hätte eben noch mehr Spaß machen können. Und die Ideen sind nicht schlecht. Die Figur des Lucan fand ich z.B. toll.




