
Karpartianer sind eine uralte Rasse, unsterblich, mächtig und sich von Blut anderer Wesen nährend.
Karpartianische Männer warten jahrhundertelang auf ihre einzige, wahre Gefährtin, der sie ewige Treue schwören – und es auch so meinen.
Finden sie sie nicht, so verfallen sie der Depression, dunklen Gefühlen und Bitterkeit und verwandeln sich dann in das, was wir als Vampir kennen.
Was für eine Voraussetzung für ein Buch, was kann man da schreiben – wenn man es kann.
Und da steckt die Tücke, Christine Feehan kann es nicht. Ihre Bücher sind mir aufgefallen, weil sie bei Amazon und einschlägigen Besprechungsseiten grottenschlechte Kritiken bekommen haben. Ja, dunkler Prinz ist nur der erste Band einer bis jetzt 17 bändigen Reihe. Wie konnte es nur dazu kommen? Eine der Kritiken nannte die Bücher so schlecht, dass es schon wieder Spaß macht und das ist es wohl. Wer Gruselbahnen mag, wer Filme mag, bei denen man sich über schlechte Effekte schlapp lacht, der ist hier gut aufgehoben. Alle anderen sollten die Bücher meiden.
Der männliche Hauptdarsteller, Mikhail, lebt, wie sollte es anders sein, in den Karparten. Er ist kurz davor, den inneren Kampf um seine Seele zu verlieren, als er eines Tages telepathischen Kontakt zu einer Touristin bekommt, die sich in seiner Nähe aufhält. Nun weiß er, dass er seine Seelengefährtin gefunden hat und er wird mit allen Mitteln um sie kämpfen.
Soweit, so gut.
Der Mann ist Jahrhunderte alleine, da verwundert es nicht, dass er vor Freude aus dem Häuschen ist, wenn er eine Stimme in seinem Kopf hört. Auch, wenn diese Stimme die langweiligste Unterhaltung seit Erfindung der Dialoge einleitet. Und selbstverständlich macht er sich sofort auf den Weg, um die dazugehörige Frau zu sehen. Hat ja lange genug gedauert. Und als ob die ganze Situation nicht gestelzt und künstlich genug wäre, verwandelt er sich in einen Vogel, fliegt zu ihrer Pension und betritt in Form von Dunst ihr Zimmer. Er verdunstet, sozusagen. Wäre er mal verduftet. Stattdessen übermannt ihn die Leidenschaft und er begrabscht sie im Schlaf. Sehr, sehr sympathisch. Wie schön, dass sie das alles auch noch in Gedanken mitbekommt. Natürlich verfällt sie ihm daraufhin, wie könnte es auch anders sein?
Immerhin, sie reden miteinander, als sie einander dann tatsächlich irgendwann wach gegenüberstehen. Und das macht es nicht besser. Die Geschichte mag irgendwann in den 80er Jahren spielen, die Figuren sind überdeutlich von veraltet. Er ist befehlsgewohnt, sie soll wohl witzig sein, gibt aber nur zu allem ihren Senf dazu und lässt jeden Anflug von Intelligenz dabei vermissen.
Dazu ist sie auch noch selbstlos und gütig. So selbstlos und gütig, das andauernd einer von beiden in Gefahr gerät und verwundet wird. Dann brauchen sie Blut. Und das geht bei angehenden Vampiren am besten per Biss. Und dazu haben sie Sex, damit das auch nicht eklig wirkt. Tut es aber. Ich weiß, ich rege mich viel zu sehr über ständige, unnötige Sexszenen auf, aber hier ist es einfach zu viel. Ich würde ja schreiben: der Gipfel, aber alles, was an Höhepunkt auch nur erinnert, kommt nicht mal in die Nähe dieses Buchs. Er berührt sie wirklich immer mit der Zunge, um Sex anzufangen und sie kippt daraufhin in seine Arme. Oder auf den Boden. Oder sonstwohin. Also, er sabbert und sie findet das toll. Sie scheint aber auch keine großen Ansprüche zu haben, denn, wie einmal beschreiben wird, sie opfert sich ihm auf dem Altar seiner… Männlichkeit? Leidenschaft? Egal, ich hab keine Lust mehr das nachzuschlagen. Sie liegt also da wie ein Sack Kartoffeln und er pickt da so an ihr rum. Toll. Und das alle 10 Seiten. Wirklich. Und das Buch hat über 400 davon. Bah. Wie auch immer. Sie kriegen sich. Frohlocket. Trotz Vampirjägern und Sonnenlicht und so. Und vermehren werden die sich auch, da wette ich drauf. Immerhin: 17 Bände. Ohne mich. Ich bring mein Buch ins Solarium und hoffe, das macht denen ein Ende.





Ah gut, ich bin nicht die einzige, die sich durch Müll von dieser Dame gequält hat … Schade, dass ich meinen Band schon gleich wieder verscherbelt habe, sonst könnte ich jetzt gut mit peinlichen Zitaten um mich werfen. Die gute Frau hat die unglaubliche Fähigkeit eine eigentlich ganz tolle Idee so langweilig, doof und hirnlos rüberzubringen, dass man als Leser fast schon körperliche Qualen durchleiden muss.
Kommentar von cressida — Mai 21, 2007 @ 12:41 |
Du kannst meinen haben
Was ich so unverzeihlich finde, ist, dass sie eine tolle Idee hatte und die völlig verschwendet hat.
Was hätte das für ein Buch sein können.
Vampire! Liebe ! Gestaltwandler!
Aber nein.
Sie vögeln, sie dunsten und sie wolfen.
Oder so.
Und sie langweilen enorm.
Kommentar von Lavender — Mai 21, 2007 @ 2:33 |
Ich überleg gerade, ob meiner auch verdunsten kann. Ich glaube schon. Was für ein Held. Und im Langweilen ist er ganz große Klasse.
Mein Buch war übrigens innerhalb von weniger als 48 Stunden verkauft – es scheint also Leute zu geben, die das wirklich gerne lesen wollen. Sehr verstörend.
Kommentar von cressida — Mai 21, 2007 @ 2:58 |
Also diese dummen Kommentare kann man doch echt streichen. Wer sich damit nicht befassen möchte der soll es doch einfach nicht lesen. Aber sowas zu schreiben ist einfach nur dumm.
Kommentar von Nandini — September 6, 2008 @ 12:26 |