Blanvalet, deutschsprachige Ausgabe von 2001 (Originalausgabe „Mr. Perfect“ von 2000)
Die vier Freundinnen Jaine, Marci, Luna und T.J. erstellen aus Jux eine Liste mit Eigenschaften, die der perfekte Mann haben sollte. Zufällig gelangt die Liste an die Öffentlichkeit und wird zum Selbstläufer. Doch ein Psychopath fühlt sich angegriffen und ermordet Marci. Welch Glück, dass Jaines neuer Nachbar der sexy Cop Sam ist.
Seitdem Linda Howard in das Genre der romantischen Krimis gewechselt ist, hatte ich nach ein paar Versuchen aufgegeben, ihre neuen Bücher zu lesen. Zu austauschbar und stereotyp waren ihre Hauptfiguren.
Aber dieses Cover war so genial, dass ich “Mister Perfekt“ einfach testen musste. Ich wette, die Zuständigen wurden von der Küchenszene, in der Sam am Morgen nackt durch die Küche spaziert, inspiriert.
Tja, was soll ich sagen? Ich kann einfach nicht verstehen, warum dieses Buch so viele begeisterte Kritiken erhalten hat.
1. Linda Howards Figuren könnten auch ihren vorherigen Krimis entsprungen sein. Sam z.B. ist wie immer ein Alphamännchen mit einer Menge Testosteron. Er ist groß, phänomenal gebaut und „lattig“ (wer jetzt nicht weiß, was ich mit „lattig“ meine, sollte an die Küchenszene denken).
2. Zwischen Jaine und Sam fehlte jegliche Romantik, irgendwie hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass es hier nur um Sex geht. Außerdem ging alles viel zu schnell. Die ersten zwei Wochen ihrer Bekanntschaft hasst Jaine Sam. In der dritten Woche sind sie dann absolut scharf aufeinander. Schließlich landen sie im Bett und Sam macht ihr sofort einen Heiratantrag. Hmpf.
3. Der Wirbel um die Liste ist an den Haaren herbei gezogen. Wieso sollte sich die landesweite Presse um so eine Liste scheren? Und wieso sollten wegen dieser Liste Beziehungen gefährdet sein?
4. Mir war ziemlich schnell klar, wer der Mörder ist. Nämlich bereits bevor der erste Mord überhaupt passierte.
Warum ich trotzdem 2 Herzen gebe? Weil ich mich ganz gut unterhalten fühlte und weil das Cover so klasse ist.

Zu 1. Kesse Frau mit grosser Klappe, super-ausgestatteter Macho-Mann, der knallhart und ohne grosse Worte bestimmt, wo es lang geht. Was ich bei die Doppelgaengerin dank des Humors wirklich gut fand, funktioniert hier einfach nicht.
Zu 2. kann ich nur sagen: ueberhaupt nicht nachvollziehbar. Nur weil er Polizist und kein Drogendealer ist, ist er ploetzlich attraktiv? Und sofort steht fest, dass man heiratet, ohne den anderen ueberhaupt zu kennen? Guter Sex bedeutet doch nicht automatisch gleich Liebe.
Zu 3. Hab ich nicht verstanden. Sorry, aber eine Liste mit den Wunschvorstellungen ueber Maenner findet man doch ueberall.
Zu 4. Das war nicht schwer. Es kam ja sonst keiner mehr vor im Roman
Ergo: muss man wirklich nicht lesen.
Kommentar von kaylin — Juli 4, 2007 @ 9:09 |
Nur für´s Protokoll: Ich mochte den Roman.
Nicht wegen der Hauptpersonen, nicht wegen der Handlung, sondern ganz einfach, wegen der Frauenclique und den Dialogen zwischen den Freundinnen. Ich mochte sie alle.
Ich mochte die Beziehungskrisen, die Macken und die Fehler und auch, wenn ich ihre Partnerwahl nicht nachvollziehen konnte, ich habe es gerne gelesen.
Also, Lillith, es gibt doch Bücher dieses Genres, die ich durchaus mag.
Kommentar von Lavender — Juli 18, 2007 @ 12:58 |